Vergangenheit

Vergangenheit und trotzdem noch so nahe. Nun sind wir vor gut zwei Monaten in das wunderschöne Haus auf den Klippen in Grenada eingezogen. Seit da ist viel gelaufen; Be-suche von Rahel und Steffi, danach vo Livia, Schiff ausräumen, Container nach Südafrika verschiffen, uns um die Hunde kümmern, Freunde treffen, ausruhen, baden und schwimmen, die Insel erkunden und noch vieles mehr.

Schlussendlich haben wir endlich Zeit gefunden um den Teil 2 von Vergangenheit abzuschliessen. Somit wäre dann auch unsere Fahrt bis in die Karibik erzählt, fehlen also nur unsere spannenden Geschichten aus der Karibik; hoffen wir doch dass unsere Geschichten spannend genug sind um euch nicht zu langweilen.

Wie heisst es so schön; demnächst in diesem Theater. Also erst einmal viel Spass auf den kanarischen Inseln.



Teil 2 / 2.10. -6.12.2022 / Die Kanarischen Inseln


Madeira - La Gomera

2.10. - 4.10.21, 1300 / WET = UTC+1, Winde NE - NNE 3 - 5 Bft., vor La Gomera 8 Bft. , sonnig, 1021,9 hPa, 19°C, Diesel 100%, H2O T1-3 100%, Batt. i.O., Tide: HW San Sebastian, La Gomera 4.10. 1236/2.12 m, 213,0 nm


Mit strahlendem Sonnenschein segeln wir los Richtung La Gomera, eine der Kanarischen Inseln, neben Teneriffe und unterhalb von La Palma, der Vulkaninsel. Unser ursprünglicher Plan ist am Vulkanausbruch gescheitert. So segeln wir eben nach La Gomera, welche neben La Palma auch nicht ganz so touristisch ausgeprägt ist wie die grossen Schwestern im Osten der Inselgruppe. Wandern und Insel erkunden ist angesagt. Jetzt müssen wir aber erst einmal dahin segeln. Über den Tag kommen wir flott voran, 7,5 kn über Grund. In der Nacht flaut der Wind ab und 2 Bft. zurück. Wir versuchen auf Halbwind mit dem Code 0, einer übergrossen Genua, aber die Kreuzwellen lassen das Segel schlagen uns wir kommen nicht zur Ruhe. Wir setzen wieder das Gross und die Genua und harren aus bis zum nächsten Morgen und über den ganzen folgenden Tag bis wieder in die Nacht hinein. Um zwei Uhr früh bekommen wir dann die Strömung Richtung Süden und der Wind brist auf. Endlich. Um drei Uhr morgens sehen wir Teneriffa am Horizont. Jetzt heisst es aufgepasst, denn zwischen den Inseln entstehen heftige Düseneffekte die die Windgeschwindikeit schnell um 15 kn erhöhen können. Um fünf Uhr sind wir in der ersten Beschleunigungszone und machen unter gerefften Segeln schnelle Fahrt. Dann kommen wir in den Windschatten des Teide, des höchsten Berges auf Teneriffa (3715 m.ü.M.), grosses Aufatmen in der Crew; der Skipper weiss aber, wir müssen aus dem Windschatten rüber nach La Gomera, das wird heftig. Ein paar Minuten zum Reffen und schon sind wir in 40 kn Wind. Die höchsten Wellen steigen auf 4,0 m an und wir müssen da einfach durch. Die Starkwindzone erstreckt sich bis nach San Sebastian de la Gomera, also ein zweistündiger Ritt quer zur Welle. Wir alle sind froh, als wir hinter der schützenden Hafenmole verschwinden können, aber vorbei ist es noch nicht, jetzt kriegen wir den Fallwind von den Felsen oberhalb des Hafens ab, immerhin noch 30 kn, kein Spass zum Anlegen. Gemeinsam mit Schiffsnachbar, Mariniero und Geschick legen wir die Moana rückwärts ans Fingerdock; geschafft, im wahrsten Sinne des Wortes.



gemütliches Segeln bis vor Teneriffa dann beginnt der Wellenritt bis in den Hafen von San Sebastian, La Gomera


La Gomera 5.10. - 10.10.21


Nach der lanen Überfahrt freuen wir uns alle auf ein schönes und gemütliches Nachtessen im Städtchen. Herwig geht am Nachmittag während wir das Schiff klarieren auf Erkundungstour und organisiert für morgen auch schon ein kleines Mietauto für Entdeckungsfahrten. Am Abend sitzen wir am Hauptplatz in einem schönen Restaurant und lassen es uns gutgehen.








Der Zauber der Küche; lecker!




Ein Einkauf im Bazar Oriental lässt so manches Herz höher schlagen......




Der nächste Tag beginnt mit einer kleinen Einkaufstour. Was man nicht alles finden kann im Bazar Oriental, unglaublich. Es ist diese unendliche Geschichte vom Heimwerker der in den Baumarkt geht um schrauben zu kaufen und mit einer Bohrmaschine, Handsäge, fünf neuen Taschenlampen und einem Snickers von der Kasse wieder nach Hause fährt, also einfach so ungefähr. was wir alles gekauft haben wissen wir nun selber schon nicht mehr!

Danach gehts auf Erkundungstour kreuz und quer über die Insel. Serpentinen führen uns steil hinauf in die Berge Gomeras. Auf der einen Seite steinig und felsig fahren wir hoch oben bald durch Wälder und grüne Oasen. Das Wetter ist freundlich und zeigt sich von der sonnigen Seite. Wunderbare Ausblicke aufs weite Meer eröffnen sich vor uns. Danach gehts wieder hinunter an die Buchten und Strände. Eine kleine Wanderung darf an diesem Tag auch nicht fehlen. Unser Wanderführer hilft die richtige Route zu finden und bringt uns wieder aus den Dickicht zurück zu unserem Ausgangspunkt hoch oben auf den Gratwegen.


Zwischen Ausflügen und Wanderungen steht auch immer wieder etwas Arbeit am Schiff an. Kleinigkeiten, aber auch diese müssen erledigt werden. Mitte der Woche weht dann der Wind auch noch etwas ungünstig und die Moana wird mit Vulkanasche überzogen, wahrlich kein Spass! Der feine Staub dringt in die kleinsten Ritzen ein und setzt sich dort fest. Vor dem Waschen heisst es Wischen. Die Generalreinigung nimmt einige Stunden in Anspruch. Wichtig ist es sämtliche Elektrokontakte und Schalter im Innern des Schiffes zu reinigen, damit diese nicht korrodieren. Ja ihr hört richtig, im Innern, bis dahin ist die Asche schon eingedrungen. Monate später finden wir immer noch Stellen mit Vulkanasche, kaum zu glauben. Auch aus diesem Grund wird es Zeit abzulegen und Kurs auf Teneriffa zu nehmen.

Gomera ist eine Insel zum Träumen. Die Zeit scheint manchmal stehen geblieben zu sein. Einsame Strände und verwunschene Wälder laden zu langen Spaziergängen ein. Kleine Dörfer in den Bergen zeigen immer noch das ursprüngliche Leben. Wir wissen, vor zwanzig Jahren war alles noch anders, trotzdem wer Ruhe sucht ist hier genau richtig.



Las Galletas, Tenerife 11.10 - 13.10.21

11.10.21, 0900 / WET = UTC+1, Winde NE - NNE 2-3 Bft., vor La Gomera 3 Bft. , sonnig, 1021,9 hPa, 19°C, Diesel 100%, H2O T1-3 100%, Batt. i.O., Tide: HW San Sebastian, La Gomera 11.10. 0730/2.12 m, 26,0 nm


Bei wunderbarem Wetter und moderatem Wind laufen wir aus. Für Herwig ist es der vorerst letzte Törn mit uns zusammen. Auf Teneriffa wird er noch die Golfplätze erkunden und danach wieder nach Deutschland zurückkehren. Wir hatten eine schöne Zeit miteinander durften viel erleben und durch die Höhen und Tiefen des Alltags miteinander gehen. Rückblickend darf jeder von uns über kleine Scharmützel schmunzeln, aber sich auch an tollen Gesprächen und wunderbaren Tagen erfreuen. Lieber Herwig, danke für die schöne Zeit und die gemeinsame Reise!


Der Kontrast zu La Gomera könnte nicht grösser sein. Hinter dem Hafen von Las Galletas beginnt die Restaurantmeile und der Tourismus. Ein nettes Städtchen, mit altem Kern und viel Leben auf den Plätzen und Strassen. Wir unternehmen Spaziergänge durch das Städtchen, geniessen gutes Essen und neben bei läuft das obligate Waschen, Putzen und Aufräumen. Bald heisst es sich Verabschieden und die Reise geht weiter. Adieu Teneriffa, Gran Canaria wir kommen.


Landfall und Einfahrt in den Hafen von Las Galletas


Unser Abschiedsessen mit Herwig: Herzlichen Dank, es war fantastisch!



Puerto Rico, Gran Canaria 14.10. - 18.10.21

14.10.21, 0900 / WET = UTC+1, Winde NE - NNE 3 -4, sonnig, 1021,9 hPa, 19°C, Diesel 100%, H2O T1-3 100%, Batt. i.O., 53,0 nm


Wir legen um neun Uhr ab und steuern einen direkten Kurs nach Puerto Rico auf Gran Canaria. Wir rechnen für die Überfahrt mit 7 - 8 Stunden, d.h. Einlaufen um ca. 17 Uhr Ortszeit. Der Morgen zieht langsam dahin, wir ebenfalls. Der Wind scheint eingeschlafen. Keine Düseneffekte zwischen den Inseln, keine Windüberraschungen, oder doch. Am Nachmittag endlich die erhoffte Brise und die Post geht ab. Wir erreichen Spitze über 8 kn, ganz passabel bei 4 Bft.. Bald sind wir unter der Küste und bestaunen die Hotelbauten entlang unserer Route; einfach unglaublich was da in den letzten dreissig Jahren hingeklotzt wurde. Um 18 Uhr laufen wir in Puerto Rico ein. Die Reservierung hat nicht geklappt, wir wurden vergessen. Die netten Marinieros helfen uns auf einen Platz ganz hinten im Hafen. Die Einfahrt zwischen den anderen Schiffen hindurch ist sehr eng und alles auch noch rückwärts. Diesmal helfen das Bug und Heckstrahlruder für eine sichere Einfahrt an unseren Platz. Da liegen wir nun, eingerahmt von Hotelburgen und geniessen den Abend auf dem Schiff mit einem feinen Essen und einer Flasche Rotwein.

Anlauf Puerto Rico


Im sicheren Hafen bei Abendrot


Von unserer Mafiaconnection Valentino haben wir ein paar Tipps für Häfen und Ausflugsziele auf Gran Canaria bekommen (kennt er wohl vom Schmuggeln) die wir nun erkunden wollen. Puerto de Mogan liegt mit der Fähre etwa eine Stunde weit entfernt. Da lassen wir uns sehr gerne hinschippern. Es geht entlang der rauhen und felsigen Küste mit den grossvolumigen Hotelbauten, fast etwas unwirklich. Puerto de Mogan überrascht dann mit seinem lieblichen Hafen, fast schon malerisch und dem grossen Angebot an guten Restaurants. Rückblickend aus der Karibik war das kulinarische Angebot umwerfend!





auf der Fähre

Puerto de Mogan


Die verbleibende Zeit bis zu unserer Abreise verbringen wir am Strand zusammen mit tausend anderen und mit genussvollen Restaurantbesuchen; einmal nicht Segler sondern einfach Tourist sein und anonym in der Masse untergehen. Dazu ist zu sagen, dass die Reise aus dem Norden auf einem Segelboot bis auf die Kanaren für viele schon als eine wahnwitzige Angelegenheit betrachtet wird. Zu bemerken wäre da aber noch: wir haben in diesen wenigen Tagen sehr nette Menschen getroffen und schöne Abende verbracht. Die Touristenhochburgen werden wohl nie unseren Geschmack treffen, aber alles war sehr entspannt und herzlich und eine gute Antwort auf viele Vorurteile.


Highlife in Puerto Rico und im Halbschlaf bei einem Glas Rotwein, zwinker....



Las Palmas de Gran Canaria 19.10. - 6.12.2021

19.10.21, 0900 / WET = UTC+1, Winde NE - NNE 4 -6, sonnig, 1021,9 hPa, 19°C, Diesel 100%, H2O T1-3 100%, Batt. i.O., 44,0 nm


Törn nach Las Palmas

Vorweg, der Törn nach Las Palmas war kein Spass und bewahrheitete noch einmal alles was man über die Windbeschleunigungszonen (Düseneffekte) zwischen den Inseln weiss. In dieser Jahreszeit auch noch Gegenan hat uns und der Moana schon etwas zugesetzt.Kräftig wurden wir zum Abschluss unseres Kanarentörns noch einmal überspült und das Schiff vor der Atlantiküberquerung noch einmal auf Herz und Nieren getestet.

Nun liegen wir am ARC-Steg zwischen all den anderen Booten und haben Zeit uns auf die Regatta über den Atlantik einzustimmen, die notwendigen Wartungsarbeiten an der Moana vorzunehmen und die Insel zu erkunden. Bis zur Ankunft von Mathias und Hans-Otto haben wir noch zwei Wochen Zeit, dann beginnen die letzen Vorbereitungen und auch alle Anlässe wie Begrüssungsapéro der ARC (Atlantic Ralley for Cruisers), Skipperbriefing und Sicherheitskontrolle finden statt. In der letzten Woche werden wir dann auch noch alle Einkäufe für unsere Überfahrt in Angriff nehmen. Zum Ralleystart wird dann auch Silke noch anreisen, wir freuen uns sehr sie wiederzusehen.



Törn nach Las Palmas und der ARC-Steg im Hafen


Wartungsarbeiten

Die erste Woche verbringen wir mit Wartungsarbeiten im Hafen, d.h. es gibt auch einige Handwerker zu organisieren. Wir lassen das Rigg kontrollieren, ersetzen Batterien und führen die Servicearbeiten am Motor und Generator durch. Dazwischen schlagen wir uns mit den unfreundlichen Marineros rum, denen nicht gefällt wie wir unser Schiff vertäut haben.

Da der zugewiesene Platz für uns zu eng ist können wir die Belegtaue nicht so legen wie gewünscht, da wir sonst Scheuerstellen am Rumpf bekommen. Nach langem hin und her versuchen wir den Bug mit der Mooringleine weiter in den Wind zu bekommen. Das Missgeschick ist vorprogrammiert, es zieht uns die Pilotleine durch den Bugstrahler; aus die Maus. Der Propeller ist hin und kann nur unter Wasser gewechselt werden. Was wir zu diesem Zeitpunkt nicht wissen, die Hartgummi-Kupplung zwischen Motor und Welle ist gerissen, die Sollbruchstelle. Diese Reparatur wird uns noch bis in die Karibik verfolgen. Zusammen mit Tillmann von der Big Bubble (meine Rettung) und mit der geborgten Taucherausrüdtung von Mickey nehmen wir das Austauschen der Propeller in Angriff. Für mich seit langem wieder das erste Mal mit richtiger Ausrüstung unter Wasser. Erstaunlich wie alles tausendmal Eingeübte wieder schnell zur Routine wird. Da haben sich all die Tauch-gänge im kalten und dunklen Zürichsee doch gelohnt. Die Reparatur nimmt etwa drei Stunden in Anspruch, auspropieren ob alles funktioniert können wir aber erst beim Ablegen.


Tauchen im Hafenbecken; es gibt schönere Orte für dieses Vergnügen


Die Big Bubble Crew auf Besuch

Grillieren ist angesagt, nicht grillen,tönt doch auch schon mehr nach Lust und Vergnügen. Unsere Freunde von der Big Bubble, Verena, Tillmann, Maila und Caruso sind heute zu Besuch. Seit unserer Ankunft in Spanien treffen wir uns ab und an und verbringenen einen schönen Abend miteinander.

Nach Sandras legendären Hamburgern steht heute Würstchen braten an. Wir dürfen Grosselternersatzspielen und geniessen das Zusammensein mit den Coxheads sehr.







Ausflüge

Für eine Woche haben wir uns ein preiswertes Auto ergattert um die Insel zu erkunden. Gar nicht so einfach einen fahrbaren Untersatz zu bekommen. Die Vermietungen sind nach den Restriktionen durch die Pandemie erst wieder am Aufrüsten. Mit viel Geduld und gutem Zureden haben wir dann doch noch einen kleinen Seat bekommen.

Von den Sanddünen in Mas Palomes hinauf zum Roque Nublo, dem Muss für Kletterbegeisterte, wieder hinab nach Agüimes und wieder hinauf zu den Felsenhäusern des Barranco Guayadeque haben wir die Insel kreuz und quer befahren und bewandert. Nur all zu schnell gehen die Tage vorüber und schon steht unsere grosse Überfahrt in die Karibik an.



Mas Palomas


Wanderung um den Roque Nublo


Agüimes


Die Felsenhäuser im Barranco Guayadeque


Bald geht es los

Mathias und Hans-Otto sind angereist und Silke hat sich ein paar Tage später im Hotel einquartiert. Die letzten Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Hans-Otto ist am Chromstahl polieren, Mathias schrubbt das Vordeck, Sandra ist am Vorkochen und Gottfried kümmert sich um Route, Wetter und die letzten Sicherheitsüberprüfungen. Die Nervosität steigt, aber wir geniessen trotzdem noch die gemeinsamen Abende in Las Palmas, wie gewohnt bei gutem Essen und tollem Wein!


Aufbruchstimmung


Rückblick des Skippers auf ein grosses Abenteuer

Über das Abenteuer Atlantiküberquerung haben wir bereits berichtet, das ist bereits Geschichte! Trotzdem möchte ich gerne noch ein paar Gedanken im Rückblick darüber verlieren. Gemeinsam haben wir unser Atlantikabenteuer in Angriff genommen und sind gut in der Karibik angekommen. Der Skipper und die Crew sind an ihrer Aufgabe laufend gewachsen, auch wenn nicht immer nur eitle Freude herrschte. Wir haben uns durch das Alltagsleben während einer Langfahrt gekämpft und manch einer ist auch ab und zu an seine Grenzen gestossen. Wir haben alle viel erlebt, jeder auf seine Weise. Wir haben uns zusammen gefreut und unterschiedliche Meinungen versucht zu akzeptieren, repariert und getüfftelt, Wetterberichte und Routen diskutiert, am Ende war es ein besonderes Erlebnis für uns alle.

Unlängst habe ich im TransOzean-Magazin einen wunderbaren Artikel über Reisen mit Freunden gelesen. "Man denkt die Arbeitswelt hätte uns gut vorbereitet, waren wir doch an Positionen die uns auf solche Erfahrungen vorbereitet haben"; notabene ein Psychologin und ein Ombusmann. Die Autoren schrieben über ihre Erfahrungen mit verschiedenen Gästen und über das Unvermögen manchmal richtig zu handeln und zu reagieren. Es ist ein gemeinsames Erlebnis, aber es braucht auch Regeln und klare Abläufe die für alle gelten und akzeptiert werden müssen. Grundsätzlich war es für uns da draussen nie bedrohlich oder kritisch. Man muss einfach die Weite und Verlassenheit akzeptieren und lernen zu geniessen. Auch zu viert gibt es einsame Stunden während der Wache und die Zeit scheint stillzustehen.

Im Rückblick würde ich heute als Skipper manches anders entscheiden und vielleicht auch dies und das konsequenter durchsetzen, zuviel fragen und diskutieren kann auch überfordern und zu Unmut führen. In den letzten Monaten habe ich mit einigen Seglerinnen und Seglern über ihre "Crossing - Erfahrungen" gesprochen. Diese sind so vielfältig wie die beteiligten Charaktere. Viele gute, aber auch unschöne Erlebnisse, die vielleicht einfach auch Zeit zum verarbeiten brauchen. Aus verschiedenen Himmelsrichtungen zusammen gekommen haben wir die Überquerung in Angriff genommen und uns unter "extremen" Bedingungen kennengelernt und das Abenteuer gemeinsam bestanden.

Bleibt mir nur noch meiner Crew zu danken. Allen voran meiner Frau Sandra, die zwar etwas Seekrank war aber immer mit beiden Beinen fest auf den Planken stand. Hans-Otto mit dem genauen Kurs und dem Auge des Piloten und last but not least Mathias mit dem ich die letzten Jahre das Schiff auf die grosse Freiheit vorbereitet und schon einige Abteuer überstanden habe.

Ahoi, irgendwann wieder auf diesen Weltmeeren!





























































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