Vergangenheit

Teil 1 / 3.9. - 1.10.2021 / Unsere Reise entlang der portugiesischen Küste, über Porto Santo nach Madeira

Liebe Familie, Freunde, Bekannte und Blogleser

Unsere Reise hat noch eine grosse Lücke die wir in Europa zurückgelassen haben (zwinker).

Lücken sind bekanntlich zum Schliessen da und das wollen wir hier gerne versuchen und etwas über unseren durchaus spannenden Törn von Vigo nach Las Palmas de Gran Canaria erzählen. Zur Seite stehen uns unser Log- und Tagebuch sowie die grauen Hirnzellen, Fantasie und Übermut. Man verzeihe uns die Gegenwartsform, aber so scheint es, dass alles erst gerade gestern geschehen ist und ein bisschen Illusion darf ja durchaus sein. Alles wiederum in 2 Teilen.

Zudem möchten wir uns herzlich für die vielen Rückmeldungen und likes zu unserem Karibikblog Teil 2 bedanken. Wir freuen uns jedesmal riesig und das hält uns auch immer mit unserer Heimat verbunden.


Portugals Küste


Vigo - Povoa de Varzim

3.9.21, 0810 / WET = UTC+1, Winde SE - SW drehend, 10 - 15 kn, morgens z.T. Regen, nachmittags aufklarend, 1016,9 hPa, 19°C, Diesel 100%, H2O T1-3 100%, Batt. i.O., Tide: HW Varzim 1330/2.70 m

In den nächsten drei Tagen wollen wir mit Zwischenstopp in Povoa de Varzim mit einem Nachtschlag direkt nach Cascais Nähe Lissabon segeln. Das Wetter wird langsam herbstlich, es ist Zeit in den Süden zu segeln. Eine schöne Zeit in Galizien liegt hinter uns, als wir beizeiten den Hafen von Vigo verlassen und Richtung aufs offene Meer nehmen. Ein herrlicher Segeltag, besserer Wind als gedacht und Rasmus ist uns freundlich gesinnt. Bald ist der Morgennebel weg und die Sonne begleitet uns entlang der Küste. Delphine begleiten uns eine Weile, eine Gruppe mit vielleicht 12 Tieren. So schnell wie sie gekommen sind verschwinden sie wieder in der Weite des Meeres. Mittags liegt Viano do Castelo mit der grossen Kirche auf dem Felsen Backbord querab, danach entlang der Buchten mit all den klingenden Namen; Pedra Branca, Grifa do Norte, Fogamandas Perlongas usw.. Abends um sechs Uhr erreichen wir nach 55 sm unser Etappenziel, Povoa de Varzim. Die Küstenstadt mit ca. 35'000 Einwohnern ist ein modernes Zentrum im Norden Portugals. Für uns war es sehr wichtig, einen Hafen zu wählen der jederzeit angelaufen werden kann. Wie eine gewaltige Festungsmauer streckt sich die Hafenmole in den Atlantik hinaus. Nur eine schmale Durchfahrt führt ins Hafenbecken. Die Küste Portugals ist rauh und dem Meer ausgesetzt, bei stürmischer See sind viele Häfen gesperrt da unmittelbar davor gefährliche Grundseen entstehen. Trotz guten Verhältnissen spüren wir bei der Durchfahrt der Molenköpfe wie es bei schlechtem Wetter sein könnte. Wir bekommen einen Platz zugewiesen und checken in der Marina ein. Als ARC-Teilnehmer erhalten wir 50% Rabatt, unglaublich. Abends geht es entlang der neu gebauten, architektonisch ansprechbaren Hafenpromenade entlang in die Stadt und zum Dinner in ein nettes Restaurant direkt an der Promenade. Wir geniessen das Ankommen und fühlen ein wenig den Puls der quirligen Stadt. Die Anspannung ist nun etwas abgefallen, hatten wir doch so viel über die schwierigen Verhältnisse an Portugalsküste gehört und gelesen und uns Gedanken gemacht. Mit einem schönen Glas Wein lassen wir den Abend ausklingen.




Povoa de Varzim - Cascais

4.9. - 5.9.21, 1100 / WET = UTC+1, Winde N - NE 1 - 7 kn, ab 5.9. S 7 - 10 kn, sonnig, nachmittags aufklarend, 1016,2 hPa, 19°C, Diesel 95%, H2O T1-3 100%, Batt. i.O., Tide: HW Cascais 1530/2.90 m


Heute steht ein Nachtschlag an. Wir schlafen lange, frühstücken ausgiebig und legen um 11:00 Uhr LT ab. Mit wenig Wind haben wir gerechnet, aber nicht mit keinem. Also heisst es Motor an und mit dreiviertel Kraft voraus. b für blue sky steht im Logbuch, partielle Be-wölkung, ein perfekter Tag, leider unter Motor. Wir geniessen die Zeit auf See trotzdem und schon bald dunkelt es ein und der Abendstern steht am Himmel. Deutlich und klar ist die Venus zu sehen und wir schippern gemächlich unter dem Sternenhimmel nach Süden. Unsere Route haben wir etwa 15 Seemeilen vor der Küste geplant, um möglichst wenigen Fischerbooten und Netzbojen zu begegnen. Morgens um drei Uhr gibts dann doch einen Kontakt zu einem Trawler: Fishingvessel on position 39-14,22 N, 009-34,38 W here is sailingvessel Moana, can you copy?/ Moana here is Aldebaran i here you loud and clear, change to channel 10 / one zero / Moana, Aldebaran, your getting in my line, please pass me on my stern, at minimum 600 feet distance/ Aldeabaran, Moana, i pass on your stern in 600 ft distance / Moana, Aldebaran, thank you and have a good watch / Aldebaran, Moana, have a good watch too, Moana is going back on channel 16, over and out/ Moana, Aldebaran, over and out.......dann wird die Nacht wieder ruhig bis zu den Islas Berlenga, da wo der Seeboden sich auf 75m Tiefe erhebt. Auf einmal sind überall Fischerbojen, meine Güte. Sandra steht im Morgennebel auf dem Vordeck, friert und leuchtet mit der Taschenlampe links und rechts. Mit viel Glück fahren wir uns keine Leine ein und verlassen mit dem ersten Morgenlicht die Inseln. Um 09:25 LT können wir endlich die Segel setzen und Kurs auf Cascais nehmen. HERRLICH! Delfinschulen, Lummen Wind in den Segeln, mit 7,5 kn ist der Weg bis zum Hafen nicht mehr weit. Dann werden wir von dichtem Nebel eingehüllt, keine Seltenheit an dieser Küste. Wir machen gute Fahrt, Radar und AIS eingeschaltet um zu sehen was rundherum geschieht. Um 15:15 Uhr LT sind die Leinen fest am Anmeldesteg der Marina Cascais. Nach allen Formalitäten werden wir zu unserem Platz gewiesen, ganz in der Nähe der Big Bubble und der Lady Blue, Schiffe die auch mit der TO - Flagge segeln. Wie immer das übliche Prozedere: alles Aufräumen, Schiff abspülen, Leinen aufschiessen, Polster auf die Bänke, alles ist gut eingeübt. Danach die wohl verdiente Dusche, Apéro und dann gehts los Richtung Stadt für einen ersten Rundgang und zu einem gemütlichen Abendessen in einem der vielen Restaurants.



Abendspaziergang am Hafen von Cascais und ein Vegi-Dinner im "House of Wonders"



Sintra 6.2.2021

Unter www.sintra.com könnt ihr gerne alles über Sintra und Umgebung nachlesen. Die Geschichte erstreckt sich vom 8. bis ins 19. Jahrhundert, eigentlich bis heute. König Ferdinand der II. hat sehr viel zu diesem Kulturerbe und der ganzen Pracht beigetragen. Er war auch als Künstler - König bekannt und hatte namhafte Künstler seiner Zeit zu Gast an seinem Hof.


Rahel und Lukas haben uns zu dieser Fahrt nach Sintra inspiriert und uns gute Tipps gegeben. Frühmorgens starten wir per Uber nach Sintra. Beim Bahnhof ergattern wir uns ein Tuc Tuc für den ganzen Tag. Tiago unser Tourguide begleitet uns den ganzen Tag zu allen Sehenswürdigkeiten und erzählt uns dabei die Geschichte von Sintra. Hervorragend!

Wir geniessen in einem Restaurant ab vom Touristenstrom ein exquisites Mittagessen mit einer guten Flasche Wein. Danach gehts zum Abschluss der Tour zum Fotoshooting vor die Quinta da Regalaira. Zum Tagesabschluss setzen wir uns dann in ein Gartenrestaurant am Hauptplatz und geniessen das Ausklingen des Tages mit einem Snack, Sangria und Bier.

Auch das gehört zu Portugals Kultur :-).


Auf dem Weg zum Chalet von Elise Hensler, der Mätresse von König Ferdinand. Er hat sich für Elise und nicht für die Krone Spaniens entschieden, zum Glück, sonst wäre nicht so viel kulturelles Erbe in Sintra geblieben. Tiago unser TucTuc - Driver und Tourguide will uns heute nur im besten Licht zeigen....








Das Chalet von Elise Hensler, der Gräfin von Edla. Gebaut zwischen 1864 - 1869 im alpinen Chaletstil welcher zu dieser Zeit quer durch Europa en vogue war.


Durch den Park zum Palazzo da Pena. 85 ha Fläche mit einem grossen Bestand an exo-tischen Pflanzen und Bäumen im romantischen Stil angelegt, eine Augenweide. Das bedeutenste Arboretum Portugals und ein einmaliges Stück Kulturgeschichte.



Der Palazzo da Pena ist ein hervorragendes Beispiel für den Baustil der Romantik im 19. Jahrhundert (Historismus). Erbaut wurde der Palast auf den Grundmauern eines Klosters aus dem 12. Jahrhundert.



Castelo dos Mouros, 8 - 12 Jahrhundert. Eine mächtige Trutzburg der Mauren auf dem Berggipfel hoch über der Stadt Sintra.


Quinta da Regalaira mit dem Initiations-Brunnen, Die gesamte Anlage wurde von Architekt Luigi Manini geplant und ausgeführt.


Endlich ein richtiger "Franceshiñha: eine Spezialität aus Porto, die kleine Französin, liegt eher etwas schwer im Magen, aber ein herrliches Essen und in Sintra genau so gut!

Ein hartes Stück Arbeit, aber wir haben alles aufge-gessen.....









Cascais - Porto Santo

8.9.21, 1300 - 11.9.21, 18:00 / WET = UTC+1, Winde SW - NW - SE drehend, 2 - 4 Bft., Boen bis 5 Bft. / blue sky, fog, cloudy, 1020,0 hPa, 19°C, Diesel 100%, H2O T1-3 100%, Batt. i.O., Strecke: 490 sm in 77h


Um 13:00 LT legen wir ab, Kurs Porto Santo. Wir haben unsere Route mit der Software von Wetterwelt festgelegt und folgen den Wegpunkten in die Nacht. Es kommt mehr Wind auf als angesagt und wir machen gute Fahrt. Die Nachtwachen absolvieren wir im 4Stunden - Rythmus und schon bald strahlt uns die Sonne wieder ins Gesicht. Der Wetterbericht für Sonntag sieht Starkwind vor. Wir ändern auf einen etwas direkteren Kurs um am Samstagabend in Porto Santo einzulaufen. Wieder einmal gegenan, aber es geht sehr flott. In der Nacht schläft der Wind ein und wir müssen motoren, damit wir vor dem schlechten Westwetter da sind. In den letzten Tagen wurden wir immer wieder von Delphinen begleitet. Man könnte ihnen stundenlang zuschauen, aber nach einiger Zeit verschwinden sie so wie sie gekommen waren. Um 10:30 Uhr am 11.9. taucht die Insel am Horizont auf. Um 13:30 Uhr beginnt unser Motor stark zu rauchen; Maschine aus! Wir starten noch einmal kurz den Motor und stellen fest, dass kein Kühlwasser durchfliesst; Maschine stopp. Sofort setzen wir Segel und versuchen hart gegenan Richtung Hafen zu kommen. Das absetzen eines PanPan scheint ausser einem deutschen Segler niemanden zu interessieren. Er weist uns darauf hin, dass wir nach der Mittagszeit uns einmal telefonisch in der Marina Porto Santo melden sollen. Das klappt dann auch und sie versprechen uns in ein paar Stunden Schlepphilfe. Um 17.15, wir sind bis dahin schon unter Land gekommen erscheint das Schleppschiff und nimmt uns an die Leine. Glück im Unglück, weil ohne Motor der Anker nicht funktioniert werden wir längsseits an ein Hochseeangelboot gelegt, gut geschützt im Hafen. Nach Kontrolle der Covidtests können wir uns frei bewegen und unseren Gast Herwig in Empfang nehmen. Er ist schon vor zwei Tagen nach Madeira angereist und heute mit der Fähre nach Porto santo gekommen. Den Abend verbringen wir bei einem guten Essen in der Hafenkneipe; Francesihña und Wein, eine Wohltat nach all der Aufregung. Wir waren ein gutes Team und haben die heikle Situation gut gemeistert. Da draussen ist nicht Niemandsland, aber die Stunden bis jemand zur Hilfe da ist vergehen sehr langsam. Wichtig war es zu reagieren und alle Hebel in Bewegung zu setzen. Wir glauben das ist uns sehr gut gelungen. Nun sitzen wir fest und dürfen erst wieder raus aufs Meer wenn der Schaden behoben und von der Port Authority abgenommen wurde. Gute Nacht, es war eine schöne Überfahrt mit einem guten Ende.



Unsere Tage auf dem Atlantik


Porto Santo 12.9. - 22.9.21

Zusammen mit Herwig geniessen wir wunderbare Tage auf Porto Santo. Mit einem Mietauto erkunden wir jeden Winkel der kargen Insel und lernen viel über Flora und Fauna. Wir hören von der einst grünen Insel, bewachsen mit Drachenbäumen und den Aufforstungsprojekten die schon viele Jahre laufen. Wir geniessen die Ausblicke von den Bergen, Tage am kilometerlangen Sandstrand und tolle Restaurants am Abend. Porto Santo hatte mit Kolumbus, der angeblich hier gelebt haben soll, einen berühmten Bewohner. Heute lebt die Insel nur noch vom Tourismus, davon zeugen all die grossen Hotels entlang der Westküste. Vor unserer Abreise begleite ich Herwig noch auf den Golfplatz, als Caddy. Ein grüner Fleck inmitten der Wüste, schon eigenartig.

Einer langen Tradition folgend malen wir auch unsern "Moana-tag" auf die Hafenmole. Gar nicht so einfach auf der unebenen Fläche. Sieht aber ganz gut aus und wir sind verewigt bis wir eines Tages übermalt werden.

Ein Defekt am Motor stellen wir keinen fest, ausser das verklemmte Belüftungsventil, was aber nichts mit dem fehlenden Kühlwasser zu tun hat. Vermutlich haben wir einen Plastiksack um den Saildrive bekommen und dieser hat die Zuströmöffnungen für das Kühlwasser abgedeckt. Also, alles wieder gut und wir kriegen die Genehmigung zum Auslaufen erteilt. Bye bye Porto Santo, Madeira wir kommen!



tag an der Hafenmauer von Porto Santo



schöne Tage auf Porto Santo zusammen mit unserem Freund Herwig, dem nordischen Bayer


kulinarisch gesehen unbedingt eine Reise wert!



Bilder die wir nie vergessen und ein schöner Eintrag in Yoshi's Tagebuch, der Einhandsegler der Stunde. Ein Wiedersehen in der Karibik wird es sicherlich geben.



Madeira 23.9. - 1.10.21

Nun heisst es Abschied nehmen von Yoshi und Porto Santo. Mit dem Gennaker geht es flott voran, Ziel ist die Marina von Quinta do Lorde im Osten von Madeira. Etwas abgelegen, aber wenigstens konnten wir einen Liegeplatz bekommen. Diese sind rar und man muss sich schon sichtlich darum bemühen. Auf der Überfahrt liefern wir uns noch ein kleines Race mit der Aria, einem norwegischen Schiff. Diesmal haben wir die Nase vorne, aber die Gesamt-siegerin der ARC+ wird die Aria sein. Quinta do Lorde ist als Ferienresort an einer steilen Felsküste entstanden. Corona hat den hochgesteckten Zielen einen Dämpfer erteilt, offen ist nur noch die Marina mit Restaurant. Die Stege hätten alle auch eine Überholung nötig, da ist ein ständiges Zerren, quietschen und reiben. Das kostet Nerven und leider auch zwei Gummidämpfer an unseren Belegtauen.

Wir unternehmen mit dem Bus eine Tour über die Insel nach Funchal. Leider geht dabei mein Portemonnaie verloren.......Dank der grandiosen Unterstützung des Busbetriebs bekomme ich dieses am Abend wieder zurück, unglaublich! Für ein paar Tage mieten wir uns ein Auto um die Insel zu erkunden. Wer glaubt es gäbe viele Tunnels in der Schweiz ist auf dem Holzweg. Die Insel ist durchlöchert wie ein Schweizerkäse. Es geht hoch hinauf in die Berge und wieder hinunter in wunderschöne Buchten. Die Küstenlinie ist vielfältig und man kann sich kaum sattsehen an den Farben in der ganzen Palette. Im Innern ist üppiges grün und eine grosse Pflanzen- und Artenvielfalt zu bewundern.

Man erlaube mir noch eine kleine Anekdote zu unserer Inseltour; blindes Vertrauen ins GPS und ein fast gebrochener Fuss. Bekanntlich verlassen wir uns immer mehr auf unsere Apps auf dem Mobile, so auch auf eine der mapping-softwares. Am steilen Berghang auf der Westküste der Insel werden wir auf eine Strasse gelotst die in ein Dorf führt, immer steiler abwärts geht und immer schmäler wird. Die letzte für uns noch mögliche Abzweigung nach links nehmen wir um aufzustoppen. Herwig und Sandra schwärmen aus. Beide wollen auch auf der äusserst abschüssigen Strasse nicht mehr einsteigen. Wir beschliessen dem Strässchen zu folgen und auf einen Anschluss an die Hauptstrasse zu hoffen. Beim Zurücksetzen passiert es dann; Herwig hat seinen Fuss unter dem Hinterrad, was für ein Desaster. Zum Glück nichts Schlimmes, aber es hat uns alle erschreckt. Danach bleiben wir zwischen den Häusern beinahe stecken, es sind links und rechts höchstens je 5 cm. Gemeinsam meistern wir die Situation und sind heilfroh, als wir wieder auf der Hauptstrasse sind. Von nun an werden wir wieder besser Ausschau halten und wenn möglich auch einmal eine Strassenkarte konsultieren.

Für die letzten Tage auf Madeira verlegen wir in die Marina von Funchal. Glücklicherweise konnten wir uns einen Platz, längsseits am Schiff der Meeresbiologie von Madeira ergattern. Nicht der Wunschplatz, aber besser als gar nichts. Von da aus unternehmen Herwig und Gottfried eine Levadawanderung. Die Levadas sind Bewässerungskanäle, welche das Wasser hoch aus den Bergen auf die Felder und in die Plantagen bringen. Zum Teil kühne Bauten entlang von Schluchten und Canyons inmitten des dichten Waldes. Ein tolles Erlebnis mit wunderbaren Ausblicken und eine schöne Wanderung entlang der Kanäle durch den kühlen Wald.

Was auch nicht fehlen darf ist eine Fahrt mit dem Korbschlitten vom Monte hinunter in die Stadt. Wir verbinden unseren Ausflug mit einem Besuch des botanischen Gartens. Danach geht es mit den Holzschlitten wieder hinunter in die Stadt. Die Schlittenfahrt ist rasant und ein Riesenspass! Manchmal kommen die Mauern und geparkten Autos verdächtig nahe. Aber unsere "Schlittenführer" haben alles im Griff und wissen wie es geht um heil anzukommen.

Abends treffen wir uns noch mit Susanne und Bernd von der Hulluporo (verrücktes Rentier, fin.) zu einem Apéro in einer der unzähligen Hafenbars. Er hat uns auch den Platz in der Marina besorgt. Bernd kennen wir auch schon eine Weile, genau seit Frankreich. Wir sind in Kontakt geblieben und freuen uns die beiden wiederzusehen.

Es ist merklich wärmer geworden seit wir auf Madeira angekommen sind. Nun steht bald die Überfahrt nach den Kanaren, genauer nach La Gomera an. Wir sind gespannt was uns da erwartet.


auf der Schaukel, Apéro mit Susanne und Bernd, die BigBubble-Crew mit Tillmann, Maila und Caruso, der freundliche Busfahrer, Herwigo und Kaptein, im Abendlicht


Im Hafen von Funchal: Columbus ist allgegenwärtig



im Labyrinth


ein Kindertraum




Die aufgrund der natürlichen Gegebenheiten geringe Anbaufläche der Insel zwang die Bauern zur Terrassierung der Hänge. Zur Bewässerung schuf man ein kompliziertes Auffang- und Verteilungssystem. In von privater Hand finanzierten, offen gemauerten Kanälen floss das Wasser nun dorthin, wo es benötigt wurde. Die Levada - Eigentümer veräusserten es an die Pächter der Felder, die den Zulauf stunden- oder tageweise kaufen konnten. Um die Levadas, häufig durch Bergstürze unterbrochen, zu unterhalten, hatte man an ihnen schmale Pfade errichtet - heute können Wanderer diese für ihre Exkursionen nutzen.

Quelle: Madeira mit Porto Santo, Daniela Schetar, Friedrich Köthe


Unsere Inselrundfahrten mit den eigenen vier Rädern führten uns hoch hinauf in die Berge....

....hinab zum Roseiral da Quinta do Arco, mit seinen 17'000 Rosenstöcken.....

....hinauf nach Santana mit den "Casa de Colmos" und wunderbaren Ausblicken .....

...... nach Porto Moniz zu dennatürlichen Meeres - Schwimmbecken...........

......kurze Spaziergänge und eine Rast am Meer......

....und wieder hinunter mit der Seilbahn zum Rocha do Navio an den Atlantik.


Der botanische Garten von Monte ist ein Gesamtkunstwerk mit Skulpturen, Teichen und chinesischen Kunstgegenständen, mit Koi-Karpfen und Schwänen, Azulejo-Bildern und Wandtafeln und dem Monte Palace Museum.

Quelle: Madeira mit Porto Santo, Daniela Schetar, Friedrich Köthe



Die aus Korbmaterial hergestellten Schlitten (carro de cesto) mit Holzkufen sind heute nur noch eine reine Touristenattraktion. Trotzdem ein muss und es macht viel Spass den Berg hinunter zu "rasen"! Früher waren die Schlitten für den Personentransport ein Gefährt wie heute der Bus.

Nach 4 km Schlittenfahrt geht es zu Fuss den Berg hinunter bis zum Hafen.



Zum Abschluss unseres Madeirabesuchs werden wir von Herwig in ein tolles Restaurant im Zentrum von Funchal eingeladen. Tapas auf Sterneniveau im "Akua".


Das wär's. Weiter geht es im Teil 2 mit der etwas stürmischen Überfahrt zu den Kanarischen Inseln, genauer nach La Gomera, vorbei an La Palma mit dem Vulkan Cumbre Vieja, der vor einigen Wochen wieder ausgebrochen ist. Mit den Törns zwischen den Inseln und den Vorbereitungen zur Atlantiküberquerung.

Danach wird es wieder aktueller und wir werden über unsere weitere Erkundung der Winward Islands berichten und natürlich über unsere Pläne für die kommende Saison und das nächste Jahr.












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