L'aber wrac'h

16.7. bis 25.7.21, ein Rückblick auf die Bretagne


Von Spanien aus betrachtet liegt die Zeit in Frankreich, genauer in der Bretagne, schon meilenweit zurück; insgesamt 449,7 nm und 73 Stunden Fahrt durch die Biscaya.


L'aber, oder die kleinen Fjorde,

sind Mereresärme in denen Flüsse einmünden und die stark Tidenabhängig sind. Wunderschöne Landschaften, etwas ab vom Rummel, teils gesäumt mit langen Sandstränden. Die Muschelzucht, vorwiegend Austern, ist allgegenwärtig. Dazu viele kleine Restaurants, Bistros in den umliegenden Dörfern und nette kleine Bars die wir immer wieder gerne besuchen.











Das Menu 1:

6 Austern, danach eine Galette au Jambon et oeuf und ein Pichet Rosé......die Muscheln so frisch wie nie, wenn man sie mag, ansonsten gibts auch Fisch, Entrecôte oder Faux Filet.

Wir haben unsere Entdeckungstouren zu Fuss, mit dem Auto oder Fahrrad sehr genossen, zumal es kulinarisch nie langweilig wurde.






Jan

Mit Jan haben wir viel Zeit verbracht. Er hat uns nach Brest mitgenommen, mich ins Spital begleitet (davon später mehr) und wir durften einige schöne Abende miteinander verbringen. Es ist wirklich toll neue Menschen kennen zu lernen die ähnliche Ziele haben und doch alle individuell unterwegs sind. Neue Freundschaften entstehen und der Abschied fällt schwer. Jan und Biggi sind mit uns auf die Biscaya gestartet, aber dann direkt bis nach Madeira, resp. zu den Kanaren gesegelt. Hut ab, 1500 Seemeilen sind eine halbe Atlantiküberquerung. Wir werden uns bestimmt wieder sehen, spätestens im neuen Jahr in der Karibik. Passt auf Euch auf und immer handbreit Wasser unter dem Kielund fair winds!








"En Spiese im Zeigfinger"

Beim Ablegen in Roscoff habe ich beim Belegtau einholen einen Metallsplitter in den Finger bekommen. Ein Segler ist hart :-), rausziehen und weiter. Viel habe ich mir dabei nicht gedacht, was ich eine Woche später bereue. Mein Finger wird dicker und dicker und verfärbt sich zusehend. Zum Glück ist Jan mit uns nach Brest unterwegs, er spricht sehr gut französisch und begleitet mich zum Arzt. Von da gehts direkt ins Spital nach Brest; Verdacht auf eine beginnende Blutvergiftung und eine schwere Entzündung. Das Zweite bestätigt sich und ein grosser Verband wird angelegt und Antibiotika und Schmerzmittel verabreicht. Glück im Unglück, aber vorerst einmal lahm gelegt. Wir bleiben also in L'aber wrac'h und geniessen ruhige Tage im Hafen.

ps. alles ist wieder gut und ich habe es gut überstanden!










Phare de i'Île Vierge

Ein schöne Fahrradtour führt uns entlang des l'aber auf die andere Seite Richtung Norden zum höchsten Leuchtturm Europas, und auch der Westlichste. Eigentlich sind es zwei Leuchttürme auf den Jungferninseln, aber der eine wurde bald durch den 82.5 m hohen Turm ersetzt. Dieser hat eine Tragweite von 27 sm, ist also schon von über 50 km aus sichtbar. In Lilia, einer kleinen Ortschaft neben an, sitzen wir zum Lunch bei Bier und Seeschnecken; was für ein Abenteuer. Die Viecher begleiten mich noch auf dem gesamten Heimweg! Sandra schmecken sie nicht so :-).






Plage Sainte-Marguerite

Von L'aber aus gibt es verschiedene , gekennzeichnete Wanderrouten durch das Umland. Eine schöne Wanderung entlang des Meeresarms durch kleine, verträumte Weiler über trockengefallene Buchten und entlang von wunderschönen Haüsern mit gepflegten Gärten führt hinaus an den Plage Sainte-Marguerite. Draussen legen wir uns in den warmen Sand in einer windgeschützen Ecke und geniessen für einmal die Sonne und die Ruhe.





Hafentage

Beim Ankommen ist tzuerst immer das Schiff in Ordnung zu bringen. Alles wird wieder an den angestammten Platz verräumt, es wird geputzt und repariert was wieder ansteht.

Dann gibt es natürlich auch immer viel zu sehen, das Hafenkino eben. Wer ist da den wir kennen, was machen denn die da, warum legt der so komisch an und dann all die kurzen Gespräche über die Reling. Es wird einem ne langweilig. Dann bleibt auch viel Zeit zum Lesen und am Blog zu schreiben. Dafür sind wir dann immer auf ein gutes Wlan angewiesen, was nicht überall gewährleistet ist. Fotos herunterladen und wieder hinaufladen kann schon ziemlich nervig sein. Wir bemühen uns aber einigermassen à jour zu bleiben.

Die kleinen Routinen lassen die Zeit bis zum nächsten Aufbruch und Ablegen schnell vergehen. Wir wundern uns immer noch ab der unendlichen Zeit die uns zur Verfügung steht. An manchen Tagen scheint uns unser Glück nicht wirklich real. Es wird wohl noch einige Zeit vergehen bis wir realisieren, dass wir nun tatsächlich unterwegs in die weite Welt sind.













85 views