Galicia nuestro amor

Die wunderschöne Gegend, in der wir angelandet sind, wird auch "the paradies of the lost sailors" genannt. Viele wollen in den Süden und über den Atlantik, bleiben aber von der Schönheit und Gastfreundschaft verzaubert, ein Leben lang in Galicia hängen..........


Eine andere Geschichte: Als Gott die Erde erschuf hat er sich gezeichnet von Müdigkeit mit einerseiner Hände im Sand abgestützt und die fünf Rias geschaffen......


Nach einer langen Überfahrt haben wir im zauberhaften, geschichtsträchtigen und gastfreundlichen Galizien angelegt; Liebe auf den ersten Blick!

Seit fast vier Wochen segeln wir nun durch die Rias, lernen Land und Leute kennen und kommen fast nicht mehr los...... aber alles der Reihe nach.


28.7.21, Mittwoch, Landfall

Nach einer kalten Nacht und einem wunderschönen Sonnenaufgang fahren wir in die Ria de Muros e Noia ein, Ziel ist der Real Club Nautico Portosin; das real wirklich königlich bedeutet erfahren wir beim einklarieren in der Marina.

Ernst"the Skipper" hat uns aufgetragen Grüsse von ihm zu bestellen, was wir gerne tun.

Wir werden von den Damen des Hafens, ein Dreigestirn, aufs herzlichste empfangen. Carmela kümmert sich um alle unsere Anliegen, wir sind wirklich ein wenig perplex, so viel Herzlichkeit haben wir nun wirklich nicht erwartet. Dienstleistung scheint nicht nur ein Wort zu sein, sondern wird wirklich gelebt.

Den Abend lassen wir bei einem vorzüglichen Essen auf der Terrasse des Segelclubs ausklingen; was für eine Aussicht! Wir geniessen auch den Erfolg unserer Biscaya-überquerung und sind schon ein bisschen Stolz auf unsere Leistung.







Portosin: Real Club Nautico



Retablieren

Die Jungs unter euch kennen das noch aus der Militärdienstzeit; wiederherstellen. Im wahrsten Sinne des Worts, nach einer Überquerung wie der Biscaya muss das Schiff ge-waschen und alle Dinge wieder an den gewohnten Platz verstaut werden. Das nimmt dann meistens den ganzen Tag in Anspruch, aber danach fühlt sich das wirklich gut an, wie die frisch gestaubsaugte Wohnung :-)



29.7.21 Portosin und Noia

Nach putzen, aufräumen und waschen bleibt endlich auch Zeit um die nähere Umgebung und das Städtchen zu erkunden. Nichts aufregendes, aber voller Leben. Die Spanier kommen nach Portosin in die Ferien und geniessen das Leben an den schönen Sand-stränden, in den Bars und Restaurants. Abends trifft man sich an der Beach zu einem Bier, Cola oder einem Martini Bianco mit Eis. Es wird erzählt, gelacht und einfach das Leben genossen; wir mitten drin, was für ein Privileg. Wir wissen dass und lernen es immer mehr zu schätzen!

Carmela nimmt uns am späten Nachmittag mit nach Noia am Ende der Ria. Ein Städtchen mit einem alten, lebhaften Stadtkern. Bald merken wir, dass das Leben zwischen 14 und 17 Uhr nicht wirklich stattfindet; die"Spanienanfänger". So streifen wir mutterseelen allein durch die alten Mauern, mehr und mehr vom Hunger geplagt. Wenigstens haben die Cafes offen und wir bekommen etwas zu trinken und einen Stuhl an der Sonne. Im ältesten Haus von Noia werden wir dann in der Tasca Tipica Noia hervorragend bewirtet und das schon um halb acht abends. Da hat sich der Wirt wohl unser erbarmt: herzlichen Dank, wir geloben uns zu bessern und die Gepflogenheiten zu akzeptieren.

Die Heimfahrt treten wir mit einem Taxi an. Die Fahrerin spricht gut deutsch und erzählt uns, dass sie einige Jahre in Zürich gearbeitet hat. Wie klein ist doch die Welt. Diese Begeg-nungen sind auf unserer Reise immer wieder so wertvoll und manchmal auch sehr be-rührend.






30.7.21 Santiago de Compostela

Für vier Tage haben wir uns ein Auto gemietet um Galizien zu erkunden. Seat Ibiza 1300 ccm, Handschaltung, 165'000 km, spanischer geht es nicht. Für galizische Verhältnisse am frühen Morgen, um 10 Uhr, fahren wir los Richtung Santiago de Compostela, das Ziel aller Pilgerreisen. Anstatt zu Fuss sind wir mit dem Segelschiff gekommen; geht ja auch!

Die Hinfahrt führt uns entlang der Ria de Muros über die Hängebrücke bei Noia in die Hügel von Santiago. Grüne Wälder soweit das Auge reicht. Schon bald haben wir die Stadt erreicht und finden im Zentrum einen guten Parkplatz.

Zuerst gehen wir zu den Markthallen die direkt bei der Altstadt liegen. Was für eine Vielfalt und was für ein buntes Treiben. Wir packen unseren Rucksack mit Chorizos und leckerem Käse bevor es Richtung Kathedrale geht.

Santiago de Compostela ist die Hauptstadt der spanischen Autonomen Gesellschaft Galizien. Bekannt ist die Stadt vor allem als Endpunkt des Jakobswegs (Camino de Santiago) und als vermeintlicher Begräbnisort des biblischen Apostels Jakobus, dessen sterbliche Überreste in der 1211 eingeweihten Catedral de Santiago de Compostela aufbewart sein sollen. Die Kathedrale liegt inneralb der mittelalterlichen Mauern der Altstadt, ihre mit kunstvollen Steinmetzarbeiten verzierten Fassaden grenzen an herrschaftliche Plätze..... Die Stadt zählt zum Unesco-Weltkulturerbe und ein gutes Beispiel zur Vergegenwärtigung von geschichtlichen und städtischen Veränderungsprozessen.

Wikipedia / www.santiagodecompostela.es


Wir lassen uns durch die Altstadt treiben zusammen mit vielen Pilgern und anderen Touristen. Schlussendlich stehen wir vor der Kathedrale und staunen; wirklich sehr be-eindruckend . Das lange Warten vor der Kirche hat sich gelohnt, der romanische Bau und der reich dekorierte Altar sind überaus sehenswert.

Bei unserem Rundgang durch den mittelalterlichen Stadtteil bekommen wir einen Eindruck der Grösse und Vielfältigkeit der Stadt und ihren Bauten. Das Mittagessen nehmen wir in einem "oeko-bio Restaurant" zu uns. Leckere Zamburiños (Jakobsmuscheln), die gehören ja heute an diesem Tag irgendwie dazu. Zum Abschluss besuchen wir die Igrexa Santa Susana, welche in einem wunderschönen Landschaftspark direkt neben der Altstadt liegt. Mit vielen neuen Eindrücken machen wir uns auf den Weg zurück nach Portosin; es war eine Pilgerfahrt mit einem sehr langen Anfahrtsweg von über vier Monaten und jetzt erst haben wir verstanden, dass wir angekommen sind.



Die Ankunft der Pilger



























Handwerker

Das Thema hatten wir ja auch schon. Sich daran zu gewöhnen ist schwierig, aber es nützt ja nichts. Die Klimaanlage in der Bugkabine bringt keine Kaltluft, das Batterieladegerät sollte auf die neuen Gegebenheiten eingestellt werden und der Motor nach einem Kühlwasserleck überprüft werden. Den Rat zur Einstellung des Ladegerätes habe ich von Jan bekommen der auch auf Lithiumbatterien umgestellt hat. Die liebe Carmela organisiert diese Termine für uns und macht den Handwerkern entsprechend Druck, kein leichtes Unterfangen in der Hochsaison. Innerhalb einer Arbeitswoche soll alles über die Bühne gehen. Hier sei kein "mañana" erklärt uns Carmela, in Galizien könne man sich darauf verlassen; es ist wirklich so. Die Monteure sind pünktlich vor Ort, sehr höflich und unglaublich kompetent! Hut ab, wir sind total begeistert. Motor und Klimaanlage waren bald wieder in Schuss, aber die Batterien werden uns noch bis zum Ende des Monats beschäftigen, aber davon später.

Zu guter Letzt steht auch noch eine Reparatur an der Bugtoilette an, in Eigenregie, so zu sagen eine kleine Zerlegung. Fünf Stunden dauert das Schrauben, zerlegen und Austauschen von Dichtungen, aber schlussendlich läuft nach zwei Wochen unsere Toilette wieder.








Galizien, eine Reise zwischen Rias und Bergen, zwischen 2000 v.Chr. und Heute, 31.7. - 2.8.21

Frühmorgens :-) starten wir entlang der Ria Muros Richtung Porto do Son. Wir wollen nach Castro de Baroña, einer eisenzeitlichen Siedlung die auf einer Halbinsel direkt an der Ria liegt. Der heutige Tag ist ganz im Zeichen der Eisenzeit und dem Neolithischen Zeitalter (Bronzezeit). Ein kurzer Spaziergang führt uns zu den Ruinen am Strand. Ein genial gewählter Platz für eine Festung. Auf der einen Seite der Zugang zum Meer zum Fischen und Muscheln sammeln, auf der anderen Seite ein schmaler Zugang zur Halbinsel.

www.castrodebaroña.es






Unsere Reise geht weiter nach Campo Lameiro zum Parque Arqueolóxico da Arte Rupestre.

Wir fahren immer weiter in die Berge. Schmale Strassen winden sich den Berghängen ent-lang durch dichte Wälder und führen entlang der Hänge über kleine Brücken und über-winden Schluchten und eine Anhöhe an der andern. Nach einer gefühlten Ewigkeit und einigen hundert Kurven sind wir an unserem Ziel. Das Museeum welches zum Park gehört liegt sanft eingebettet in der Hügellandschaft. Ein langezogener Bau mit einer Portalöffnung die zum Park und den Eingängen zur Ausstellung und der Cafeteria führt. Sichtbeton in Kombination mit Granitplatten welche schuppenartig die Aussenwände verkleiden. Eine äusserst gelungene Anlage, Innen und Aussen.

Nicht nur der Park und das Museeum begeistern, auch die Ausblicke in die Landschaft sind überwältigend; Wälder und Hügels so weit das Auge reicht. Ab und zu ein Gehöft oder ein kleiner Weiler, ansonsten nur Natur.

Vor ca. 4000 Jahren wurden die Petroglyphen in die Steine gemeisselt und erst vor knapp 80 Jahren wieder entdeckt. Hirsche, konzentrische Kreise analog von runden Irrgärten und weitere figürliche Zeichnungen können auf den Felsplatten zum Teil nur noch erahnt werden. Ein paar Modellhütten sollen zeigen, wie damals gelebt wurde. Wir geniessen die kleine Wanderung durch den lichten Wald und die wärmende Sonne; endlich ist es Sommer geworden!


Besucherzentrum Lameira






Casa Grande de Soutullo

Zwei Nächte verbringen wir bei Gill und Benito auf ihrer mit Liebe zum Detail renovierten Finca. Diese liegt im Ort Coles 8 km von der Stadt Ourense entfernt. Gebucht über ein Hotelportal war das einfach Lottoschein Tipp X. Das Herrenhaus liegt wunderschön ein-gebettet in einem 18'000 m2 Park (www.pazodesoutullo.com). Wir werden schon erwartet und von Benito herzlich empfangen. Nach dem Zimmerbezug werden wir unter der Laube über alle Sehenswürdigkeiten informiert. Morgen planen wir eine Tour durch die "Ribeira Sacra"; Klöster und Wein, das ging ja schon immer gut zusammen.









Ribeira Sacra

Für einmal quälen wir unseren kleinen Seat über die Pässe, mangels eines 911er mit dem wir hier viel Freude hätten :-) Nach einem reichhaltigen Frühstück und nach dem Kennenlernen von Gill, sie ist Engländerin und vor 40 Jahren wegen Benito nach Spanien gezogen, sind wir schon unterwegs nach San Pedro de Rocas. Von hier aus wurde das Christentum ca. 650 n.Chr. in Spanien verbreitet. Die Ribeira Sacra liegt entlang des Cañon de Sil mit ca. 20 Klöstern und Abteien, die meisten aus der romanischen Zeit. Alle wollen wir nicht besichtigen, aber wenigstens die wichtigsten drei: San Pedro de Rocas, San Estevo und Santa Cristina.


San Pedro de Rocas

Fast nur noch Ruine, aber eine sehr beeindruckende Szenerie






San Estevo

Ein Teil des Klosters samt Kirche ist öffentlich zugängig, die restlichen Bauten sind von den staatlichen Parador Hotels genutzt.





Santa Christina

Mit Freude machen wir uns vom Parkplatz aus auf den Weg zum Kloster. Steil nach unten führt uns der Pfad fast bis an die Ufer des Rio de Sil. Zum Tagesabschluss steht uns noch ein steiler eineinhalbstündiger Aufstieg bevor........ schlussendlich haben auch wir bemerkt, dass es einen Bus nach oben gibt :-)!






Die Zugangswege zu den Klöstern sind immer mit kleinen Wanderungen durch die wunderbare Landschaft verbunden. Die alten Verbindungs- und damit auch Kommu-nikationswege werden als gekennzeichnete Wanderwege genutzt.

Eine kleine Runde mit Weitblick führt uns auch auf die Plattform "Balcones de Madrid" mit einer ausgezeichneten Sicht auf das Weinbaugebiet und die Sil-Schlucht. Auf unserem Rundweg kommen wir so auch nach Parada de Sil und zu unserem spanischen Lunch.


















Bergrennen

Zugegeben, es macht wirklich Spass über die unzähligen Pässe zu kurven und die Fahrt zu geniessen. Sandra meint, dass ich es manchmal auch etwas langsamer mit der Seat-Krücke angehen könnte. Vom Strand geht es hinauf in die nebelverhangenen Hügel und Berge, manchmal sieht man kaum die Hand vor dem Gesicht. Zwischen den Nebelschwaden tolle Ausblicke über eine unendliche Weite mit Hügeln und Grünflächen.



Ronsel do Sil

Zum Abschluss des Tages besuchen wir eine kleine Bodega am Silfluss. Ein kleiner Produzent der wunderbare Weine keltert. Nach einer Führung geht es tzur Verköstigung. Wir ent-scheiden uns für einen vel'uveyra aus Mencía-Trauben, sechs Monate im Barrique, Jahrgang 2016; ein perfekter Wein! Nebenbei, der Vorrat von 4 Flaschen wird wohl nicht lange hin-halten.



...auf dem Weg durch die Rias




Combarro

Der letzte Tag unserer Galizienrunde führt uns von Ria zu Ria nach Combarro. Das Fischer-dorf liegt unweit der Provinshauptstadt Pontevedra, am gleichnamigen Ria gelegen. Das Dorf liegt auf einer Granitplatte die ins Meer hinausragt und ist bekannt für seine Ernte- speicher und Fischerhäuser. Hier drängt sich alles zusammen was eigentlich typisch für Galizien ist.

Pünktlich zum Mittagessen sind wir vor Ort, gut geplant :-) Wir verschieben den Rundgang auf nach dem Essen und geniessen zuerst die "Mariscos" und den Blick über die Bucht.








Portosin 3.8. - 9.8.21

Wir verbringen die Tage im Hafen ,an den Stränden der Umgebung, beim Joggen und Spazieren und geniessen das süsse Nichtstun. Nach der langen Seereise tut es einem gut wieder etwas sesshaft zu werden. Es sind die alltäglichen, kleinen Dinge die in einem fremden Land mit einer anderen Sprache zum Abenteuer werden. Einkaufen beim Bäcker oder das entdecken des Angebots im Supermarkt. Der Gang in die Metzgerei oder das entdecken von unbekannten Speisen im Restaurant.

Ulrike und Pierre liegen mit ihrer Dawn auch in der Marina. Wir begegnen uns seit dem englischen Kanal immer wieder und halten per Whatsup Kontakt zu einander. Das ist auf unserer Reise auch das Salz in der Suppe; Menschen kennen zu lernen und offen aufeinander zu gehen. Wir haben viel Spass mit den beiden und es gibt immer viel zu berichten.

Schlussendlich wird auch unser Batterieladegerät auf die neuen Gegebenheiten eingestellt und wir hoffen, dass nun alles erledigt ist. Zwischenzeitlich hat Carmela für uns ein Permit für die Naturschutzgebiete um die Isla Ons und Islas Cies beantragt und langsam drängt es uns zur Weiterfahrt.

Im Hafen lernen wir die Coxhead-Family kennen; Verena, Tillmann, Meila und Caruso. Sie haben Pech mit ihrem Boot und eine grössere Reparatur am Kiel zwingt sie zur Aussiedlung auf den Campingplatz. Wir laden sie alle spontan am Abend zum Essen bei uns auf dem Schiff ein. Für die Kinder zaubert Sandra Hamburger (die Erwachsenen freuts auch) und als Highlight des Abends besucht uns noch der Hafen-Delphin, der hier jeden Abend seine Runden dreht.
















Von Ria zu Ria und Insel zu Insel 10.8.- 19.8.21

Für uns ist das Nonplusultra am Blauwassersegeln das Ankern in Buchten unsd vor schönen Stränden. Das letzte Mal war das in der Kielerförde..... es wird Zeit loszusegeln und das leichte Schaukeln und Schwoien am Anker zu geniessen.

Die nächsten acht Tage wollen wir die verschienenen Rias und vorallem die Inseln davor besuchen. Heute geht es in die Ensenada de Palmeira in der Ria Arousa. Ein wunderbarer Segeltag mit genügend, aber nicht zu viel Wind, blauer Himmel und Sonne. Schon die Fahrt zum Ankerplatz ist ein Genuss. Wind in den Haaren und ein Lächeln auf dem Gesicht.

Behutsam tasten wir uns in die Ankerbucht hinein. Vorab haben wir die einschlägigen Bücher, Karten und die elektronische Navigation konsultiert. Der Tidenhub beträgt immer noch satte 3.80 m, das bei der Berechnung der Ankerkettenlänge zu berücksichtigen ist. Die Faustformel: Wassertiefe + Freibord (Höhe der Bordwand beim Kettenauslass, bei uns doch immerhin 2.00 m) x 5 = Kettenlänge. Dann gibt es da auch noch einige Apps die für eine genauere Berechnung zu nutzen sind. Wir finden den richtigen Platz auf der 6m Linie und lassen unseren Anker fallen. Der Ankerball wird gesetzt und nachts das Ankerlich im Masttop. Wir geniessen den Abend im Cockpit und sitzen bis zum Einnachten draussen.




Die nächsten zwei Nächte verbringen wir am Anker vor der Playa de Melide auf der Isla Ons.

Das Schlauchboot kommt endlich zum Einsatz. Die Insel steht unter Naturschutz und ist ein Vogel- und Reptilienreservat. Wandern ist nur auf den vorgegebenen Wegen möglich. Der gemeinsame, steile Aufstieg zum Leuchtturm entschädigt uns mit einem Weitblick auf die Rias Baixas und den Atlantik; unendliches Blau! Den Nachmittag geniesst Sandra am Strand zwischen den Spaniern, ich gehe lieber wandern und ein bisschen Schwitzen.

Die Nächte am Anker sind unruhig, was dem starken Nordostwind geschuldet ist. Dadurch steht beträchtlicher Schwell und es ist kein sanftes in den Schlaf gewiegt werden mehr.






Wir suchen uns einen ruhigeren Ankerplatz in der Ria Pontevedra unweit von Portnovo aus vor der Playa de Agra. Das Wasser ist hier schon auf Badetemperaturen und auch wir wagen den Sprung ins kühle Nass. Ein Ausflug nach Portonovo in die "schönste Altstadt Spaniens" rundet den Aufenthalt ab. Nebst einem ausgiebigen Essen bei EL Pescador staunen wir bei unserem Rundgang über die überaus kreative Stadtentwicklung.






















Islas Cies, ein Muss für jeden Galiziensegeltörn. Der Wind hat mittlerweile aufgefrischt und es bläst mit über 22 Knoten (6 Beaufort) aus Nordwesten. Wir finden im Süden zwischen den Inseln in einer Ankerbucht ein Plätzchen. Noch sind viele Schiffe da, aber gegen Abend wird das Ankerfeld leer und nur wir und ein Schwede bleiben zurück. Die Spanier wollen alle ruhig schlafen. Vorsichtshalber bringe ich zusätzlich ein Reitergewicht auf der Ankerkette aus um diese am Boden zu halten. In der Nacht sind die Spitzenwerte 26 Knoten, es schauckelt wie wild und an Schlaf ist nicht zu denken. Wir halten durch zusammen mit den Schweden und der Morgen bringt dann endlich Erleichterung. Sandra hat wieder Strand- ich Wandertag. Mit gefühlt einer Million Touristen mache ich mich auf den Weg zum Faro de Cies, dem Leuchtturm. Ein steiler Weg führt in Serpentinen hoch zum Turm. Der Ausblick ist atem-raubend!



Die letzten Tage vor unserem Törn nach Baiona, wir sind da am Freitag verabredet mit José Luis, ankern wir in der Ensenada de Límes; vier Sandstrände, 4 Bars und ein Restaurant, besser könnte es nicht sein. Einzig die Wassertemperatur lässt zu wünschen übrig. Durch den anhaltenden starken Nordwestwind hat es viel kaltes Wasser in die Rias gebracht. Heldenhaft verzichten wir auf längere Schwimmstrecken und rudern lieber mit dem"Schlauch" Richtung Strand und Apéro.



WhatsUp, FaceTime und Konsorte

Tägliche Themen eines Blauwasserseglers sind Flatrates, SIM-Karten, Hafen-Wlan etc. Wer hat den besten Tarif, wer die beste Verbindung...... denn wir alle wollen ja mit unseren Liebsten zu Hause und auch mit unseren neu gewonnenen Seglerfreunden Kontakt halten (natürlich auch mit den Seglerfreundinnen, der Einfachheit halber nur in m-form). Ich komme nicht umhin zu erzählen, dass ich einmal um die Welt getingelt bin, als die Kommunikation noch per Briefpost und R-Gesprächen stattfand. Auch damals haben wir überlebt, aber heute sind die Gegebenheiten anders und jeder ist sich gewohnt immer erreichbar zu sein oder jemanden anrufen zu können.

Man verzeihe uns die zweitweilige Abstinenz vom Netz, diese ist nicht böswillig, aber auf den sieben Weltmeeren herrschen andere Gesetze. Manchmal haben wir einfach auch keine Lust schon wieder einen Beitrag zu schreiben und rufen Euch lieber einmal an oder schreiben ein Whatsup, Telegram oder wie die Apps alle heissen.

Seid versichert, wir denken immer an Euch und freuen uns Euch zu berichten und auch von Euch zu hören!


Blog, Pizza und Vino Tinto









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