Biscaya

Updated: Aug 22, 2021

Unser erster langer Törn , 25.7. - 28.7.21


Wir legen um 8 Uhr ab und fahren hinaus Kurs Ile d'Ouessant und von dort aus direkt im rechten Winkel über den Kontinentalbruch hinaus in die Biscaya. Die Wettervorhersage ist gut, wenn auch schwachwindig und wie gehabt von vorne auf die Nase.

Die ersten Stunden bis vor die Insel laufen wir unter Maschine, danach können wir hoch am Wind segeln. Eine äusserst unangenehme Welle mit einer starken Strömung überrascht uns kurz vor der Insel. Zwischen Festland und Insel im chenal de four wäre das keine Überraschung gewesen, aber hier! Mit 10 Knoten "schiessen" wir voran und das mit Gegenwind. Am Nachmittag besuchen uns die ersten Delphine, was für ein Schauspiel; unbeschreiblich! Wir beginnen uns nach einigen Anfangsschwierigkeiten in den Bordalltag einzuleben. Sandra hat ihre "Seebeine" noch nicht zurück und fühlt sich etwas flau auf dem Magen, aber dafür gibt es ja Tabletten, zum Glück.

Die erste Nacht geht schnell vorbei und wir erleben einen wunderbaren Sonnenaufgang. Morgens etwa um 4 Uhr haben wir tiefes Wasser (4000m) erreicht und die Wellen werden angenehmer. Eine leichte Dünung von ca. 1.5 m aus Südwesten schauckelt uns sanft und wir machen gute Fahrt mit Kurs auf A Coruña. Der Tag fliegt nur so dahin. Um 8 Uhr und 18.30 LT (Localtime) ist Funkrunde über Kurzwelle, zuerst mit Intermar, danach in der TO (Trans Ocean) Gruppe, welche gerade die Biscaya überquert. Unser erstes Etmal (von Mittag bis Mittag) beträgt trotz schwachem Wind (7 - 9 kn) fast 180 Seemeilen; super, wir freuen uns.

Die zweite Nacht ist ruhig und ohne grosse Vorkommnisse. Sandra schiebt Wache von 20 - 24 Uhr, danach übernehme ich. Wir haben uns nicht fix eingeteilt, es macht einfach jeder so lange wie es geht und Lust hat, odet einfach zu Müde ist. Ich vertreibe mir die Nacht mit lesen und kurzem Intervallschlafen von 20 Minuten.

Am dritten Tag beschliessen wir doch direkt nach Portosin in der Ria de Muros e Neuia zu segeln, also direkt am Cabo Finisterre vorbei etwas mehr in den Süden. Ernst "the Skipper" hat uns diese Marina wärmstens empfohlen.

Die letzte Nacht wird kalt, aber der Mond steht wunderschön am Himmel und leuchtet weit über den Atlantik. Endlich haben wir auch achterlichen Wind mit bis zu 18 kn. Damit wir nicht im Dunkeln in die Ria einfahren müssen, reffen wir die Segel und gleiten gemütlich mit 4 Knoten durchs Wasser. Endlich ist das ächtzen und knarren des Amwindsegelns vorbei. Sandra träumt in der Bugkoje und ich geniesse die ruhige Nacht alleine im Cockpit, begleitet von den vielen Fischerbooten, einer Begegnung mit der "Wappen von Bremen" und den vielen Delphinen die uns immer wieder einmal ein Stück des Weges begleiten. Der Traum vom Blauwassersegeln ist endlich war geworden¨!












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