Baiona

18.8. - 24.8.21

Endlich wieder in der Stadt

Nach neun Tagen am Anker wird es Zeit wieder etwas Stadtluft zu schnuppern. Wir haben uns einen Platz in der Marina "Monte Real Club de Yates" in Baiona reserviert. Der Hafen liegt direkt unter der alten Burg von Baiona, schräg gegenüber ist ein Modell der Pinta, dem Schiff von Christopherus Columbus. Baiona war auch die erste Stadt die von der Entdeckung Amerikas erfahren hat.

Zwei Gründe für die Marina Wahl: Erstens gibt es Rabatt für ARC - Teilnehmer (Atlantic Rally for Cruisers) und zweitens, wann kann man schon im Schatten einer Burg im Hafen liegen :-).


Vollmond und heulende Wölfe























Dann gibt es da auch noch einen weiteren Grund, unsere Batterien und vorallem das Lade-gerät müssen noch einmal überprüft werden. Wir sind am Freitag mit José Luis verabredet um die Sache endlich zum Abschluss zu bringen.


Unsere Gastgeber

Dienstleistung ist in den Häfen in Spanien GROSSgeschrieben, im wahrsten Sinne des Wortes. Kurz vor der Einfahrt zur Marina funken wir wie gewohnt den Marinero an. Wir werden schon erwartet und ein Platz wird uns sofort zugewiesen. Der Marinero steht am Steg bereit und nimmt die Leinen entgegen, danach werden wir über alles instruiert. Da sind noch Menschen dahinter, nicht nur Bezahlautomaten wie im hohen Norden; sehr symphatisch!


Andere Länder andere Sitten

Den Abend verbringen wir bei einem guten Essen in der Altstadt. Wir haben zum Glück einen Tipp bekommen wo wir reservieren sollen, da alles voll ist und das schon um halb neun, eigentlich noch etwas früh für spanische Verhältnisse. Essen um elf oder zwölf Uhr abends ist keine Seltenheit, danach liegt man wohlig mit seinem Kugelbauch in der Koje. Die eine oder andere Flasche Wein und ein Crema de Orujo tragen auch etwas zum Tiefschlaf bei, oder eben auch nicht!

Andere Länder andere Sitten, diese Sprichwort hat es wirklich in sich. Langsam gewöhnen wir uns an einen anderen Rythmus, an die vielen Gepflogenheiten und versuchen auf unsere Art mitzuhalten. In Galicien geht alles etwas langsamer, aber es wird immer fertig und die Menschen sind sehr aufmerksam und gastfreundlich. Wir geniessen diesen Lebensstil sehr und wie ihr ja merkt wir sind immer noch vor Ort in den Rias.......aber keine Angst Madeira liegt schon in der Kimm und vor unseren Augen.


Hafentage

Die Tage vergehen schnell mit retablieren (das kennt ihr nun schon), reparieren; wenn es nichts gibt findet sich trotzdem etwas, Stadtbesichtigungen mit Apéros, lesen und einfach einmal nichts tun. Es tut gut wieder ein paar Tage am selben Ort aufzuwachen und die nächste Umgebung kennen zu lernen. Zwischedurch braucht es ab und zu wieder einen Fixpunkt auf dem langen Törn. So werden die Dimensionen und Distanzen auch wieder klarer und praktischer Weise liegt man im Hafen einfach ruhiger.


Die Festung

Nebst der Altstadt ist eine Besichtgung der Festung ein muss. Diese liegt auf einer Halbinsel direkt an der Stadt mit beindruckenden Ausmassen. Die Umfassungsmauern sind immer noch intakt und zeigen die einstige Grösse der Burg. Heute steht mitten drin ein Parador Hotel der Superklasse, aber wirklich schön gebaut, auf den alten Grundmauern eines Franziskanerklosters das hier einmal innerhalb der Mauern stand. Wir unternehmen einen Rundgang über die Festungsmauern und geniessen die wunderschönen Ausblicke über die Stadt, die Islas Cies und den unendlichen Atlantik.







Lifestyle

Zwischen 16 und 19 Uhr ist Kaffee- oder Apérozeit. Die einen kommen vom Mittagessen, die anderen bereiten sich auf den Abend vor. Es ist immer wieder spannend an einer Ecke zu sitzen und den vorbeiziehenden Menschen zuzuschauen. Dabei ein Estrella Galicia, ein Gin Tonic oder einfach ein Vino Tinto zu nippen und den Nachmittag ausklingen lassen hat wirklich eine hohe Lebensqualität.


Das Leid der Blauwassersegler

Dann doch noch einmal die Geschichte unserer Stromversorgung. Seit wir stolze Eigner unserer Dufour sind verfolgt uns das Thema Elektroinstallation immer wieder. Mittlerweile haben wir auf Lithium-Ferro-Phosphat-Batterien umgestellt. Soweit so gut. Mit der neuen Technologie hätte auch das Ladegerät neu programmiert und die Verkabelungen der Batterien entsprechend angepasst werden müssen. Das wurde leider nicht gemacht und nun müssen wir das nachholen. Zuviele Experten und zuviele die denken sie sind es. Wir und viele andere Blauwassersegler können ein Lied davon singen. Das beste ist einfach mit-zudenken, dumme Fragen zu stellen und bei den Montagen dabei zu sein! Unser Glück ist, dass wir José Luis kennengelernt haben und er wirklich etwas davon versteht. Zum Glück auch, dass er alles kontrolliert und die bereits angeschmorten Kabel gefunden hat. Irgend-wann hätte dies zu einem Schwellbrand führen können. Nun sind wir auch deswegen ge-zwungen auf den Reparaturtermin zu warten. Dies hat zur Folge, dass wir eine weitere Woche im schönen Galizien verbringen dürfen.

Ein lieber Freund hat mir heute am Telefon gesagt, dass die Handwerker in der Heimat sich untereinander absprechen und Fehler in den Schiffen einbauen, damit es den Seglern nie langweilig wird...Lieber Matu nimm dann unbedingt dein Reparaturset mit auf den Atlantik!






Nun funktioniert auch die Wasserkühlung für den Frigo wieder........



Morgen werden wir ablegen mit Kurs Ria de Vigo und uns einen schönen Ankerplatz in einer der vielen Buchten suchen. Der Sommer ist nocheinmal zurückgekehrt, aber das Wasser wird wohl dieses Jahr in Galizien nicht mehr richtig warm. Für einen Sprung ins kalte Nass wird es trotzdem noch reichen.








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