2. Etappe auch geschafft !

Updated: Apr 16

Hallo Ihr alle die uns verfolgen: wir sind nach einer langen Segelreise an unserem ersten Traumziel angekommen!

Jetzt sind wir wieder ausgeruht und haben Musse an unserem Blog zu schreiben. Das Ankommen hat immer einen eigenen Rythmus und es braucht Zeit zu begreifen, dass man wirklich da ist und auch um sich etwas im fremden Land zu orientieren. Wir wurden herzlich empfangen und gut auf unseren ersten Schritten begleitet. Auf der einen Seite hilfsbereite Locals, auf der anderen Seite durch die grosse Seglergemeinschaft: ein wirklich gutes Gefühl!


Nach einem guten Start in Mindelo (19.11.21, 11.30 Uhr LT) mit tollem Segelwind ging es Richtung Süden um den Passatwind (Nordostpassat) zu finden. Schwachwindig ging es die nächsten 4 Tage weiter um dann auf 11°56' N endlich den ersehnten Wind mit dem nötigen Schub von achtern zu erreichen. Der war dann wider erwarten sehr heftig, unsteht und aussergewöhnlich von vielen Kreuzwellen in beachtlicher Höhe und Intensität begleitet. Es war ein Ritt ohnegleichen über Welle für Welle bis wir am 5. Dezember morgens um 01.30 Uhr LT (localtime) am Quarantänequai anlegen konnten. 15 1/2 Tage, 2'327 nm, wir haben es geschafft! Es war ein tolles Erlebnis, auch wenn wir uns das anders vorgestellt haben. Vorab schaut man alle möglichen Videos von Überquerungen, mit sanften Wellen und rauschender Fahrt mit moderatem Wind .Dieses Jahr ist eben alles anders gewesen und wir alle sind auch ein bisschen stolz unter diesen Bedingungen die Überquerung geschafft zu haben.

Der Törn verlief gut mit zwei kleinen Ausnahmen die wir aber als Crew zusammen gut gemeistert haben. Bei einem Halsemanöver haben wir den Gennaker "geschrottet". Sandra meinte nur, man sollte das nie drei Männern überlassen.... dann hat sich in der Mitte der Strecke kurz nach dem Eindunkeln der Autopilot verabschiedet. Der Bolzen am Quadranten hat sich rausvibriert, kaum zu denken. Das Schiff hat einen "Sonnenschuss" gefahren, d.h. sich quer zur Welle gelegt und die war etwa 3,5 m und wir sind alle durcheinander gepurzelt. Mit vereinten Kräften konnten wir dann das Problem lösen, es war tricky, aber nicht unmöglich. Das war dann der Moment wo Hans-Otto mit einem Grinsen auf dem Gesicht gesagt hat; "what are the hell we're doing here".

Für die Überfahrt hatten wir ein sehr gutes Wachsystem. Nochmals herzlichen Dank an Micki von der Skye III, sie hat uns ihren Plan zur Verfügung gestellt. Ein Drei-Stunden-Rythmus hat allen genügend Zeit zum Schlafen gelassen. Trotzallem sind wir als müde Crew am Ziel angekommen. Die laute Geräuschkulisse, das schaukeln und rollen haben dazu einiges beigetragen. Auch muss man sich mit der Nähe zu den andern auf dem Schiff arrangieren und seine eigenen Wünsche manchmal etwas zurückstellen.

Ein besonderes Highlight war das abendliche Kochen in der Pantry. Hans-Otto und Gottfried haben sich dabei gegenseitig zu Höchstleistungen angestachelt, manchmal auf einem Bein, manchmal mit Akrobatik vom Feinsten. Ob aus der Büchse oder frisch, es schmeckte einfach hervorragend und hat zur guten Stimmung beigetragen.

Ein unvergesslicher Tag war der Skipper's DJ-Day mit Musik quer durch die Landschaft und einem abschliessenden Bernerrösti-Essen.

Zwei Wochen haben uns beim Einschlafen und Aufwachen die Wellen und Wolken begleitet. Wir haben alle Squalls (Regen- und Gewitterstürme) überstanden und nun sind wir endlich angekommen und liegen in"unserer ersten Bucht" an einer Boje und geniessen das süsse Nichtstun! ... und versprochen, wir werden Euch von unserer vergangenen und zukünftigen Reise weiterhin berichten. Zuerst über Portugal und die Kapverden, danach über unsere Christmasparty in der le phare bleu Marina. Bleibt dran und gebt die Hoffnung nie auf, wir werden Euch immer wieder mit News versorgen und sind dankbar für Eure Geduld.






















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